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Geschichte der Gemeinde Göda

Inmitten der kriegerischen Auseinandersetzung mit dem Polenherzog Boleslaw Chrobry schenkte König Heinrich II. dem 968 gegründeten Bistum Meißen drei "Kastelle" im Siedelgebiet der Milzener, "Godobi" (Göda) war eines der drei. Die Urkunde trägt die Jahreszahl 1006 und wurde am 01. Januar 1007 überreicht. Die ab 10. Jahrhundert genutzte Gödaer Wallanlage diente Bewohnern der nahen Siedlung am Langen Wasser als Fluchtburg, war aber auch der administrative Kern eines Burgwards.


Bischof Benno (1066-1106 im Amt) hat 1076 das Kirchspiel Göda gegründet. Aus den von Göda aus verwalteten Kapellen entstanden später selbstständige Kirchen in Gaußig und Neschwitz. So wurde Göda, als zweitältester Pfarrort des Bistums Meißen, zur Ausgangsbasis für die Mission unter den Sorben in der Oberlausitz. Erster namentlich nachgewiesener "sacerdos" (Gemeindepfarrer) ist 1216 der Priester Pribislaus. Im Ruf eines "Retters von Göda" stand Pfarrer Leuther v. Hohendorf, der erwirkte, dass das 1415 wegen eines Raubüberfalls nahe Göda auf den Probst Boleste aus Gnesen vom Konzil zu Konstanz verhängte Verbot aller kirchlichen Handlungen (Interdikt) schon 1416 wieder aufgehoben wurde. Von 1505 bis 1517 währte der Bau einer neuen, spätgotisch gestalteten Hallenkirche. Erhaltene älteste Details sind ein Taufstein von 1150, ein Altar sowie eine Kanzel von 1512, außerdem eine Sonnenuhr mit gotischen Zeichen von 1517.


Populäre Gödaer Persönlichkeiten des 19./20. Jahrhunderts sind u. a. der Volkskundler Georg Pilk (1858 - 1926) sowie Gustav Feurich (1868 - 1949), der Erforscher der niederen Pilze.


Von fruchtbaren Lößlehmfeldern umgeben, blieb Göda weitgehend Agrardorf, doch auch Heimstatt für Handwerk und Handel: Mühle, Schmiede, Töpferei, Gärtnerei, Stellmacher, Sattler, Brunnenbauer, später Landmaschinen- und Fahrzeugwerkstätten, Kornhaus, Molkerei, ja die gesamte Lebensmittelbranche, sieben (!) Gastwirtschaften, Drogerie und Ärzte.


Göda wuchs bis 1946 mit nur wenigen eingemeindeten Dörfern auf über 1300 Bewohner. Dem Schulbau von 1925 folgte 1980 ein Grund- und Mittelschul-Neubau. Die Großraum-Landwirtschaft wählte Göda zum namengebenden Hauptort für die ganze Umgebung (jetzt Agrofarm Göda). Kommunale Zusammenschlüsse folgten, so dass Göda heut Zentrum einer Gemeinde von 32 Dörfern ist, mit nahem A 4 - Anschluss, Autohäusern, Tankstelle, Sportplatz am Stausee, Kulturzentrum, Neubaugebiet.


Im neugestalteten Kirchenraum überraschen den Besucher Apostelfiguren von Friedrich Press zum Thema "Mission" - das vor 1000 Jahren die einzigartige Entwicklung Gödas in Gang gebracht hat.